CIHA London 2000.
Thirtieth International Congress of the History of Art
Art History for the Millenium: Time.
Section 23
Digital Art History Time
London, 3-8 September 2000
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Gottfried Kerscher <kerscher@kunst.uni-frankfurt.de>, Kunstgeschichtliches Institut, Hausener Weg 120, 60489 FFM, (Mi, Do, [Fr]) fon: 069-798-22222, fax: 069-798-28428.

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Die Struktur der Zeit in digitaler Architekturdarstellung

Architecture digitalized

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Zwei Vorbemerkungen: 

1. Architektur hat mit dem, was wir sehen - und das gilt verstärkt in Bezug auf Bauten aus der Vergangenheit - oft nur wenig zu tun. Was wir sehen, wenn wir uns mit Architektur zu beschäftigen scheinen, sind in erster Linie Oberflächen in Form von Wänden, Putzen, farbigen oder dekorierten Flächen. 

Diese erste These oder Voraussetzung werde ich sogleich diskutieren - vorweg aber kurz eine zweite Vorbedingung, die eine fast ebenso große Rolle in meinem Paper spielen wird: 

2. Den Bauten sind selten Elemente der Zeit eingeschrieben; solche Bauten stellen daher eher die Ausnahme dar. 

Ich werde mich im folgenden, ausgehend von diesen beiden Prämissen, mit dem Phänomen eingeschriebener Zeit in digitaler Architekturdarstellung befassen. 

*  *  *

Zur ersten Vorbemerkung: Was wir sehen, sind Oberflächen, nicht Architekturen. 

Ob Jean Nouvel oder Balthasar Neumann - stets weichen die Pläne, Grundrisse, Schnitte von dem ab, was wir sehen und erkennen. Diese an sich triviale Erkenntnis hat damit zu tun, dass Architekten im Entwurfsprozess etwas abstrahieren, was von einer Idee - also einer nicht materiellen Entität - ausgeht und in schnöder Realität, die den Gesetzten der Schwerkraft, des Oben und Unten sowie nicht zuletzt der Nutzung genügen muss. Oft, wie etwa bei Balthasar Neumann, ist die Kluft zwischen Idee und Realisierung nicht so groß. Nicht selten ist sie aber gigantisch. Zu erinnern wäre etwa an die sogenannte Revolutionsarchitektur oder - weniger phantastisch - an Mies van der Rohes Stuttgarter Weißenhof-Siedlung, in deren flexiblen Wohnungs-Grundrissen er jedem beliebigen Wohnansprüchen genügen wollte. Das Resultat seiner Idealisierung materieller Gegebenheiten im Hinblick auf das Gewollte und Geplante ist uns hinlänglich bekannt: Die Bewohner seiner Häuser sahen in der Flexibilität den größten Mangel und ersetzten die beweglichen Innenwände durch fest verankerte, die den Erfordernissen nach Privatheit besser entgegen kamen.(1)

Aber die mögliche Diskrepanz zwischen Idee und Ausführung ist nur eine Seite der Medaille. Weit größer ist der Dualismus zwischen Idee oder Entwurf und Realisierung oder Bestand, wenn man - 

a: der Materialität Rechnung trägt und 
b: zeitliche Überformungen mit berücksichtigt. 

Die Materialität verdeckt nämlich die Architektur. Stellen Sie sich einen Grundriss von St. Peter in Rom vor, so wissen Sie, worauf ich anspiele: Die Mauern ersetzen die doppelte Linie des Grundrisses, die deren äußere Konturen bezeichnet. Sichtbar ist stets nur eine Linie, der Schnittpunkt der Wandfläche mit dem Boden oder der Decke; was man aber sieht, ist die Oberfläche, die Wand, nicht jedoch die Architektur. 

Gehen wir gedanklich zur Isometrie über, so exponiert sich dieser „Befund" dahingehend, als man nur immer einen Teil dessen sieht, was man erkennen will. Die Oberflächen verstellen und verdecken die Strukturen der Architektur. Wenn man nun - b - berücksichtigt, dass Gebäude eine Nutzung haben und wie St. Peter eine Ausstattung sowie Architekturdekorationen aufweisen, so verstärkt sich das Bild: auf die Architektur wird bisweilen im wahrsten Sinn des Wortes die Sicht verstellt. Eklatant wird das insbesondere, wenn die Oberflächen verändert wurden, sei es, dass Umbauten vorgenommen wurden (deren Architektur oft auf dem ersten Blick nicht erkannt werden können), sei es, dass nur die Oberflächen anderes gestaltet sind. Das Ergebnis: es ist noch weniger von der Architektur zu erkennen, man sieht sie vor lauter Wände und Einrichtung nicht. 

Ein Beispiel: 

So hat sich Andrea Palladio nicht sehr positiv gegenüber der malerischen Ausstattung seiner Bauten geäußert - ein besonders gutes Beispiel wäre eine partiell weiß getünchte Villa Maser: sie würde seinen Intentionen, das kann man durch die Quattro Libri deutlich machen, eher entgegen kommen, als deren kompletter Ausstattung mit Veroneses Fresken. (2)

Ein zugegebenermaßen sehr schwacher Versuch, dies einmal optisch darzustellen, sei kurz vorgeführt: 

 

hypothetische Rekonstruktion des „Originals" [links] nach Palladios Quattro Libri
 

Noch einmal: Es geht nicht darum, was wir für besser finden, was uns besser gefiele, es geht darum, deutlich zu machen, was Palladio geschaffen hätte, wenn nicht sein Auftraggeber Veronese beauftragt hätte, die Fresken zu schaffen. 

*  *  *

Noch absurder wird es, wenn ein barockisierter spätgotischer Sakralbau im 19. Jh. regotisiert und wiederum durch die Restaurierungen im 20. Jh. in einen vermeintlichen Originalzustand zurückversetzt wurde, der alle Spuren einer zeitlich bestimmten Vorstellung von Spätgotik trägt. Dann ist die Verwirrung komplett. Wir müssen uns diese Bauten hier nicht vergegenwärtigen, weil wir sie überall sehen können. Es ist eine unendliche Diskussion in der Denkmalpflege, welche Art der Rekonstruktion oder der Konservierung die richtige sei. Daher gibt es Vorträge von Denkmalpflegern, die betitelt sind: „Was schützen wir eigentlich?"(3) Und Dieter Hoffmann-Axthelms Invektive gegen die Denkmalpfleger hebt genau auf diesen Punkt ab.(4)

Die Probleme, die ich hier anzusprechen versuche, sind in der Kunstgeschichte zum Teil immer noch tabu, und diejenigen, die dieser Vortrag betreffen würde, sitzen vermutlich nicht da. Der Denkmalpfleger bzw. Inventarisator Tilman Breuer hat ihre Haltung auf die prägnante Formel gebracht, dass Denkmalpfleger das betrachten, was vorhanden ist, Kunsthistoriker dagegen das diskutieren, was da sein müsste; - in Paranthese: was ihrer Meinung nach da sein müsste. 

*  *  *

Nun noch kurz zu Punkt 2, um dann auf die Chancen digitalisierter Architekturdarstellung zu kommen: Bauten sind selten Elemente der Zeit eingeschrieben. Historisierende Architektur ist selbst wesentlicher Teil der Architekturgeschichte, und in postmoderner Architektur sind zeitliche Elemente austauschbare Zitate. 

Deutlicher wird das Problem der Zeit wiederum in Bereichen, die mit Veränderung, Überformung und mit denkmalpflegerischen Belangen zu tun haben. 

Kurz zwei Beispiele, wobei das erste schon genannt wurde: Ein spätgotischer Sakralbau wurde barockisiert, erhielt eine weitere Überformung im 19. Jh., wurde in einen vermeintlichen Originalzustand zurückgeführt, der aber doch nur die Vorstellung dessen ist, was man als Original bezeichnet. Und: Die jeweils folgende Überformung negiert die frühere, der Bau wird vermöge des jeweils veränderten Zustandes stets neu interpretiert. - Deutlicher wird die Einschreibung von Zeit z.B. im Fall einer Gestaltung oder Interpretation des Kaisersaals in Ottobeuren in der die künstliche Alterung einer erneuerten Zwischgold-Fassung durch chemische Veränderung evoziert, dann aber - ebenfalls chemisch - gestoppt wird. Das Ergebnis ist festgefrorene Geschichte: Zeit ist ihr eingeschrieben, die zeitliche Veränderung des Originals ist jedoch getilgt. (Von künstlich hergestellten Alterungsprozessen wie der Verletzung neuer Oberflächen in der Praxis der Denkmal-"Restaurierung" will ich hier dezent schweigen!) 

*  *  *

Sie haben sicher längst erkannt, worauf ich in Bezug auf die digitale Architekturdarstellung hinaus will: sie vermag Mies van der Rohes Idee genauso zu vermitteln, wie sie den spätgotischen Sakralbau neben seine barockisierte Version stellen, die neugotische Version genauso verbildlichen, wie sie jede beliebige Zwischenstufe darstellen kann. 

Damit ist ihr gleichzeitig Zeit eingeschrieben und zwar als zeitliche Zäsur oder als ein Zeitpunkt. Um die Bedeutung eines solchen Zeitpunktes ermessen zu können, möchte ich Sie bitten, ein weiteres gedankliches Experiment mit mir durchzuführen: 

Stellen Sie sich vor, sie besichtigen im Rahmen einer Rom-Reise den Vatikan. Je nachdem, für welche Führungslinie Sie sich entscheiden, werden Sie wie eine Horde Vieh durch das Gebäude-Konglomerat geschleust. Und gleichwohl Sie nur Raffael oder die Sistina sehen wollen, werden Sie auf vorgegeben Bahnen mit Vasa Sacra aus dem 20. Jh. und anderen Besonderheiten konfrontiert, der Bau verschwindet mehr und mehr hinter einer Ansammlung von Oberflächen, die die Architektur bis zur Unkenntlichkeit entstellen und hinter einer Ansammlung von Wänden, die durch die unkonventionelle Führung - treppauf und treppab, in einen Raum hinein, links, dann rechts - und das Ganze so oft, dass Sie nicht mehr wissen, wo Norden oder Süden ist bzw. auf welchem Niveau sie sich befinden. 

Ganz anders, wenn Sie der Papst wären oder ein Kurialer: Ihnen stünden bestimmte Wege und Räume zur Verfügung, die eine institutionalsierte und über Jahrhunderte auch ritualisierte Ordnung und eine logische Struktur aufweisen. Diese führt auf bestimmten Wegen, die Ihrem Rang entspräche, in das päpstliche Appartement oder einen Empfangsraum. 

Die zeitliche Einschreibung eines solchen Ganges durch den Bau wäre eine vielfache: 

Sie entspräche 

Die Architektur reflektiert somit die sozialen Bedingungen und Hierarchien seiner Bewohner und deren soziales wie zeremonielles System - egal, ob es in Jahrhunderten entstanden oder neu eingeführt wurde. Dass aber komplexe architektonische Systeme die sozialen Grundlagen der in ihnen wohnenden Figuration reflektieren, hat nicht nur Norbert Elias beschrieben.(5) (Ihm bin auch ich in einer aktuellen Publikation gefolgt.) (6

Eine derartige zeitliche Einschreibung in die Architektur bleibt Ihnen heute in aller Regel verwehrt, und mithin die Logik des Komplexes ebenso. 

*  *  *

Manfred Koob aus Darmstadt hat mit seinen Mitarbeitern und -innen gezeigt, dass man diesem Übel - einer Folge des Massentourismus und veränderten Nutzungsbedingungen - eine digitale Kopie des Originals zur Seite stellen kann. Mit ihr kann man Dinge sichtbar machen, die sonst verborgen bleiben - und man kann zeitliche Zäsuren darstellen.(7)

Nun wollen wir nicht vergessen, dass die digitale Kopie das Original nicht ersetzen kann und soll. Aber die Polemik, die aus Kunsthistoriker-Kreisen stets wiederholt wird, wonach es sich bloß um eine billige Replik handelt, ist aus folgenden Gründen unangebracht: 

(Ich zeige im folgenden jeweils eine digitale Kopie des Vatikans, wie sie in der Ausstellung „Hochrenaissance im Vatikan" in Bonn gezeigt wurden.) 

Die Polemik ist also unangebracht, weil 

1)die digitale Kopie das Original nicht ersetzen soll und kann; 

 

(Sie können leicht erkennen, dass diese digitale Kopie das Original der Stanzen des Raffael im Vatikan nicht ersetzen kann und will) 

2)in der Regel ist es nur mit einer digitalen Kopie möglich, auch Strukturen zu erkennen (also Architekturen anstatt von Oberflächen); 

 

(Struktur der Reittreppe im Vatikan) 

 

3)aufgrund von veränderten Nutzungsbedingungen und konservatorischen Maßnahmen ist es häufig nur mit Hilfe einer digitalen Kopie möglich den Bau adäquat zu erfassen, Verlorenes, nicht mehr Vorhandenes oder Verändertes zu zeigen; 

 

(fast nichts mehr von dem, was Sie hier rekonstruiert sehen, ist mehr vorhanden, die Gebäude sind dort anders strukturiert, zahlreiche Veränderungen haben stattgefunden)
 

schließlich ist es 

4)nur mit Hilfe einer digitalen Kopie möglich, Zeitstränge und mithin materielle oder nutzungstechnische Veränderungen der Architektur sichtbar zu machen.

 

(spätere nutzungsbedingte Veränderungen wurden hier getilgt, eine zeitliche Zäsur und eine Zusammengehörigkeit wieder deutlich gemacht)
 
*  *  *

Denn wie sonst sollte es denn möglich sein, den 1523 beschrittenen Weg des venezianischen Botschafters zur Audienz bei Papst Hadrian VI. im Vatikan nachzuvollziehen? Dies umso mehr, als dieser ritualisierte Weg seit dem Einbau zweier Querflügel überhaupt nicht mehr vorhanden ist. Die Bonner Ausstellung „Hochrenaissance im Vatikan" hat dies 1998/99 gezeigt, und zwar in einem virtuellen Gang durch den Gebäudekomplex, wie er in den Quellen nachlesbar, jedoch nur noch für Spezialisten nachzuvollziehen ist. 

Wie wollten Sie die Logik des Papstpalastes in Avignon verstehen, wenn die Führungslinie den damaligen Wegen entgegen geht, sie jedoch gezwungen werden, der Führungslinie zu folgen? 

 

Avignon, Papstpalast
 

Wie anders könnten Sie die verschiedenen Wege des Kapitels bzw. der Mönche und der Pilger von Canterbury aufzeigen, die streng getrennt waren? Wie - wenn nicht in Abstraktion - sollte die Logik von Versailles die gigantische Provokation von Vaux-le-Vicomte oder die Wucht verlorener Gebäude wie der Abteikirche in Cluny dargestellt werden? 

 

Cluny, Abteikirche (CAD-Gittermodell TU Darmstadt - vgl. Fn. 7/8)
 

Freilich - entre nous - ist alles klar; wer sich Jahre lang mit einem Bau oder einer Bautengruppe beschäftigt hat, dem ist klar, welche Logistik sich hinter den Oberflächen verbirgt. Aber dem Publikum, für das wir diese Forschungen niederlegen (und nicht zuletzt den Studierenden, die auf unseren Forschungen aufbauen sollten) sollte man dies nicht zumuten wollen. 

So sei herausgestellt, dass die digitale Kopie ein Medium der Vermittlung und der Verdeutlichung sei, das - ich sage es bewusst noch einmal - das Original und dessen Rezeption nicht ersetzen soll. Und zur Vermittlung gehört auch das Miteinander-sprechen, Miteinander-diskutieren, etwas deutlich und verstehbar machen; das kann auf sehr hohem Niveau sein. 

Gerade das aber scheint in der Kunstgeschichte bisweilen so verpönt zu sein wie die Behandlung des So-auf-uns-gekommenen-Originals mit allen Fehlern und Entstellungen. So liegt die Vermutung nahe, die pauschale Verurteilung der digitalen Kopie hat etwas mit der Nicht-Behandlung der möglicherweise entstellten Realität zu tun. Denn wie die Wirklichkeit oft die Theorie nicht mehr zulässt, so enthebt die Erklärung die Kunsthistorikerin oder den Kunsthistoriker seiner Dominanz, alles erklären zu können. Und wer nicht mehr das Wissens-Monopol hat, verliert etwas von dem Heiligenschein des Allwissenden, der die Fachvertreter nicht selten kennzeichnet und für den sie alles tun - wie wir aus Beispielen wissen, oft sogar die Dokumente fälschen oder wissentlich falsch auslegen. 

Freilich darf die digitale Kopie keine simplifizierende Vereinfachung darstellen. Die Darmstädter Beiträge zu diesem Thema verdeutlichen, dass Wissenschaftler (die die Rekonstruktionen erdenken) und Techniker (die sie umsetzen) zusammen nicht banalisieren, sondern etwas sichtbar machen, was nicht jedem deutlich wird, wenn man vor dem Original steht. 

Neben diesen grundsätzlichen Erwägungen ist es aber in erst Linie der Faktor „Zeit", der den Gebäuden wieder gegeben wird und zwar ohne entstellende Eingriffe und spätere Negierungen. Denn diese haben wir durch die verschieden Stufen von Rekonstruktion, Restaurierung und neuerdings Konservierung ad nauseam genießen dürfen. Nicht immer zum Vorteil des Originals, vielfach aber auf seine Kosten. Der Interpretation der Bauten wird hier oft der Weg versperrt - die digitale Kopie ist mithin ein Medium der Erkenntnis. 

In diesem Zusammenhang wird jedoch ein neues Problem auftauchen, das Wolfgang Pehnt in der FAZ auf die Formel gebracht hat: „Zu nah, zu detailgenau, zu selbstsicher sind die Bilder ... keine Erinnerung, kein Vergessen mildert ihre präzisen Konturen"1. Aber das näher zu erläutern oder zu diskutieren, ist hier weder Ort noch Zeit. 

Das Darmstädter Projekt der architectura virtualis - zur Zeit sind in Bonn rekonstruierte Synagogen zu sehen - zielt auf eine wissenschaftliche Aufnahme des Verlorenen oder Zerstörten und macht etwas sichtbar, was sonst verborgen bliebe. Es handelt sich um ein Wissenschaftszentrum, gekoppelt mit einem Museum für Architektur und Städtebau. Nicht nur die Kunst soll dort visualisiert werden, sondern auch die Bautechnik und das Verlorene, vor allem aber die Zeit! 

 

Anmerkungen/Fußnoten:

(1) Mies van der Rohe, Berlin: Zu meinem Block, in: Bau und Wohnung. Die Bauten der Weißenhofsiedlung in Stuttgart errichtet 1927 nach den Vorschlägen des Deutschen Werkbundes ..., hrsg. v. Deutschen Werkbund, Stuttgart 1927 (Faksimile-Nachdruck 1992), 77. 

(2) Andrea Palladio, Die vier Bücher zur Architektur, hrsg. v. A. Beyer u. U. Schütte, Zürich/München 1983, 85, 113 und passim. Vgl. zu diesem Thema auch Wolters, W., Andrea Palladio e la decorazione dei suoi edifici, in: Bollettino del Centro Internazionale di Studi d'Architettura Andrea Palladio 10, 255-67, hier: 256. - Zu den ersten beiden Fussnoten siehe auch G. Kerscher, Kopfräume - Eine kleine Zeitreise durch die Geschichte virtueller Räume, Kiel 2000.

(3) Ulrich Krings, Stadtkonservator Köln: Was schützen wir eigentlich? Denkmalpflege zwischen Original und Replikat (Vortrag Freitag, 19.03.1999, XXV. Deutscher Kunsthistorikertag [„NEUZEITEN"], Jena-Weimar, 16.-21.3.1999 , vgl. http://www.zikg.lrz-muenchen.de/VDK/kongress.htm#XXV. Deutscher Kunsthistorikertag)

(4) Für den Text siehe www.DenkmalpflegeDiskussion.de

(5) N. Elias, Die höfische Gesellschaft, Frankfurt 1983.

(6) G. Kerscher, Architektur als Repräsentation. Spätmittelalterliche Palastbaukunst zwischen Pracht und zeremoniellen Voraussetzungen: Avignon, Mallorca, Kirchenstaat, Tübingen-Berlin 2000.

(7) http://www.cad.architektur.tu-darmstadt.de/architectura_virtualis/

Abbildungen: Vatikan: 3-D CAD Rekonstruktion des Vatikans zur Zeit der Hochrenaissance in der Realisation des Fachgebietes CAD Architektur der TU Darmstadt unter der Leitung von Prof. Dipl.-Ing. Manfred Koob im Auftrag der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn unter Schirmherrschaft der Vatikanischen Museumsdirektion. Vgl. http://www.kah-bonn.de/1/25/1.htm (Kunst und Kultur im Rom der Päpste I.: Hochrenaissance im Vatikan - 1503 - 1534)

 


Abstract

"Architecture digitalized". In this section, one could discuss the work of the architectural reconstructions, for instance from the architectural reconstructions of the Technische Universität Darmstadt, Fachbereich 15, Architektur, Fachgebiet: CAD in der Architektur, El-Lissitzky-Str. 1, 64287 Darmstadt, www.cad.architektur.tu-darmstadt.de. Professor: Dipl.-Ing. Architekt Manfred Koob, Fon: +49 6151 163036, Raum: Z60/R415, mkoob@cad.architektur.tu-darmstadt.de. Mr. Koob has digitalized the vatican and some synagogues and has some other projects. His reconstructions are allowing to integrate the time and the functions of architecture. It could be possible, that he will lead this section.

Title:

Die Struktur der Zeit in digitaler Architekturdarstellung

Aims and objectives:

Die digitale Darstellung von Architektur kann Rezeptionsvorgänge und die Komplexität von zeitlichen Strukturen in ihr deutlich machen.

A summary description of the primary material ...:

Digitale Vatikan-Rekonstruktion des Institutes CAD in der Architektur der Technischen Universität Darmstadt (Manfred Koob) und historische Texte bzw. Zeremoniell.

Central arguments:

Die digitale Rekonstruktion des Wegs der venezianischen Botschafter, die 1523 eine Audienz vor Papst Hadrian VI. erhielten, ermöglicht eine Rezeption des Vatikan-Palastes, wie sie heute nicht mehr möglich ist. In verschiedener Hinsicht wird Zeit auf Architektur übertragbar: Zeit als Gang durch die Architektur, Zeit im Sinn von Ausstattung und Dekoration, Zeit im Sinn einer zeremoniellen Begehung und Benutzung von Architektur.

Ein solcher Gang ist nicht mehr durchführbar, weil nicht mehr alle Räume zugänglich sind und der frühere Weg einer rigiden Führungslinie weichen mußte, die den Betrachter im Unklaren über die Architektur läßt. In der digitalen Rekonstruktion werden die zeitgenössische Rezeption und die zeremonielle Bedingtheiten des Baus nachvollziehbar und ihr Stellenwert verdeutlicht, indem Palastbaukunst als repräsentatives Medium deklariert und die rezeptive Haltung der Zeitgenossen imitiert wird. Rezeption von Architektur wird so zur zeitlichen Sukzession und ermöglicht damit einen Nachvollzug des Baus und seiner Ausstattung.

Relation to the main themes:

Verschiedene Strukturen des Zeitlichen in der Architektur können deutlich gemacht werden.

  

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